Stadt Stein: Menschen

Die Verwirklichung dieser Zielvorstellungen hatte ihre sichtbaren Auswirkungen auf die Entwicklungsgeschichte Steins, die in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. durch den Menschen Lothar von Faber personifiziert ist. In der richtigen Erkenntnis seiner außergewöhnlichen Lebensleistung setzte die Gemeinde ihrer namhaftesten Persönlichkeit in Anerkennung und Dankbarkeit ein lebensechtes Denkmal angesichts seiner Kirchenstiftung, was durch die derzeitige Ausgestaltung des Martin-Luther-Platzes deutlicher zum Ausdruck kommt. Als Unternehmer und Wohltäter war sicherlich Lothar von Faber bis heute der bedeutendste und einflussreichste unter den Menschen, die in Stein lebten und wirkten. Seine Biographie – mit Bezug auf seine schriftlichen Selbstzeugnisse – würde unschwer den vorhandenen Platz alleine füllen.
Von anderen Menschen hierorts, die auch den Wellenschlag der Geschichte spürten oder in ihre Strudel gerissen und fortgetragen wurden, ist uns oft nicht mehr als der Name überliefert, der in frühen Tagen vielfach von ihrer Tätigkeit abgeleitet war. Wir wissen nichts weiter von ihnen, obwohl sich hinter jedem Namen ein Schicksal verbirgt. Es sind in jedem Falle die Menschen, die den Ort mit Leben erfüllt haben und seine Entwicklung mittragen.
So ist uns in zwei Verzeichnissen der Stadt Nürnberg, die im Hinblick auf den 1. Markgrafenkrieg angelegt wurden, jeweils der Name eines Heintz F(V)ischer überkommen, dem möglicherweise das Fischrecht in der Rednitz oblag. Neben ihm stoßen wir auf einen Hanns Mulner (Müller), Erhart Klingensmit (Klingenschmied) und Kuntz Sleifer (Schleifer), die alle drei Gewerbstätigkeiten aus der Frühzeit der Siedlung pflegten.
Während in Güterverzeichnissen zu Beginn der Neuzeit noch Name und Beruf mitgeteilt sind, ist später nur noch pauschal von Fabrikarbeitern die Rede, deren Namen öffentlich allenfalls in Ehrentafeln für Gefallene auftauchen. Am ergreifendsten wirkt hier das Schicksal der Familie Reisch, die im 2. Weltkrieg ihre vier Söhne verlor, und deren Vater beim Einmarsch der Amerikaner auf seinem Hof angeschossen wurde und am 1. Mai 1945 als spätes Opfer einer zur gewissenlosen Machtpolitik entarteten Herrschaft starb.

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